Presse
Aktuelles vom Gesunden Niederösterreich
(02. Mär. 2010)
Neuer Jahresschwerpunkt der Initiative "Gesundes Niederösterreich: Tut gut!" für Gesunde Gemeinden
Glücksforme(l)n – Wege zum Glücklichsein
Bild downloaden Foto: (NLK: Kaufmann) LH-Stv. Mag. Wolfgang Sobotka , Werner und Elfriede Bischof
„Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen glücklich zu sein“ – dieses Zitat von Voltaire klingt einfach. Fast banal. Kann ich wirklich selbst etwas dazu beitragen und sozusagen „beschließen“ glücklich und zufrieden zu sein?
Psychologen und Glücksforscher sind sich einig: Ja! Freude zu empfinden und Zufriedenheiten zu spüren, das können wir selbst beeinflussen. Achtsam durch den Tag gehen und bewusst schöne Momente genießen, ist zum Beispiel schon ein großer Schritt. Klar, Glücksmomente halten nicht dauerhaft: Aber wir können dazu beitragen, dass sie immer wieder neu auftreten.
Beim Glücklichsein kommt es sehr auf die eigene Einstellung, auf Werte und Sichtweisen an. Und die sind veränderbar! Wir kennen alle die berühmte Frage: Ist das Glas halb voll oder halb leer? Wie wir die Welt wahrnehmen, ob wir die Dinge hauptsächlich zuversichtlich sehen, beeinflusst unser Glücklichsein und die eigene Zufriedenheit enorm. Und es sind auch die Vergleiche, sich selbst ständig mit anderen zu messen, die einen großen Einfluss auf die eigene Zufriedenheit – und somit das Glücklichsein – haben.
Darüber hinaus sind Anerkennung und Wertschätzung sowie soziale Kontakte und Beziehungen im Allgemeinen wichtig für unser Glücklichsein. Studien belegen das eindeutig: James Fowler von der University of California in San Diego rekonstruierte Daten aus der Framingham Heart Study und fand heraus, dass Menschen mit funktionierenden Netzwerken insgesamt glücklicher sind. Dieses Glück pflanzt sich sozusagen in der Gruppe fort, das heißt, die Personen stecken sich sozusagen gegenseitig mit positivem Glücksempfinden an. Der Neurobiologe Joachim Bauer erklärt: „Das Gehirn belohnt gelungenes Miteinander durch Ausschüttung von Botenstoffen, die gute Gefühle und Gesundheit erzeugen. Die beste Droge für den Menschen ist der Mensch“. Unsere persönlichen Beziehungen zu hegen und zu pflegen ist daher für unser Wohlbefinden essentiell!
Was passiert eigentlich genau beim Glücklichsein? Der Forscher James Olds hat in einer Studie mit Ratten in den 1950er Jahren herausgefunden, dass wir im Gehirn ein „Glückszentrum“ besitzen. Wenn etwas Positives passiert, aktivieren sich Neuronen im Gehirn und der Botenstoff Dopamin wird ausgestoßen. Dies wiederum führt zur Ausschüttung von opiumähnlichen Stoffen – sogenannten Endorphinen – das macht uns euphorisch und glücklich. Unser Gehirn ist aber nicht auf „Dauerglück“ programmiert, es würde uns so wie den Ratten im Versuch Olds gehen, (Hinweis: mehr Infos zum Experiment finden Sie auf unserer Homepage) wenn wir dem Dauerreiz ausgesetzt werden, so der Hirnforscher Manfred Spitzer.
Übrigens: auch bei Bewegung, etwa beim Laufen, schüttet der Körper Endorphine aus und das steigert die Laune!
Blick übern Tellerrand: Im Himalaja Staat Bhutan gibt es als erstes Land der Welt das sogenannte „Bruttonationalglück“. Höchstes Ziel der Köngisfamilie sind glückliche Bürger! Mehr Infos dazu: http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,673514,00.html und http://www.nytimes.com/2009/05/07/world/asia/07bhutan.html?_r=1
Warum greift die Initiative "Gesundes Niederösterreich: Tut gut!" das Thema „Glücklich -sein“ auf?
Die Glücksforschung ist ein junges Forschungsgebiet der „Positiven Psychologie“. Lange Zeit hat man in der Wissenschaft ausschließlich darauf geschaut, was Menschen krank macht. Man hat sich bemüht, Krankheiten zu beschreiben und natürlich auch versucht diese zu heilen. Der amerikanische Psychologe Martin Seligman hat schließlich eine andere Sichtweise in der Psychologie geprägt. Er ist der Frage nachgegangen, was uns gesund hält. Wie können wir unser Wohlbefinden positiv beeinflussen? Was macht uns glücklich?
Auch die Initiative "Gesundes Niederösterreich: Tut gut!" hat sich diesem Ansatz verschrieben und möchte mit dem neuen Jahresschwerpunkt, dem nunmehr bereits vierten Thema im Bereich „mentales Gesundsein“, Anregungen für mentales Wohlbefinden liefern und Möglichkeiten aufzeigen, die eigene Lebensqualität zu erhalten oder erhöhen. Denn: glücklich und zufrieden zu sein - also wenn es uns so richtig gut geht - das stärkt nachweislich das Immunsystem und damit unsere Gesundheit. Und wirkt sich obendrein positiv auf die Lebensdauer eines Menschen aus. Dies belegt unter anderem ein Experiment (die sogenannte „Nonnenstudie“) von Danner, Snowdon und Friesen (2001).
Was bieten wir an?
Alle Gesunden Gemeinden können ab sofort den Vortrag „Glücksforme(l)n – Wege zum Glücklichsein“ kostenlos veranstalten. "Glücklichsein, das kann man wirklich lernen", sagt Mag. Heide-Marie Smolka, Glückspsychologin und eine der ReferentInnen. „Das hat nichts mit Esoterik oder abgehobenen Theorien zu tun, sondern fußt auf den Ergebnissen der Wissenschaft.“
Um das im Vortrag Gehörte auch ausprobieren zu können, gibt es für jede Gemeinde auch die Möglichkeit einen Glücksworkshop oder eine „Glückswanderung“ zu buchen.
Darüber hinaus finden Sie mehrere interessante Angebote auf unserer Homepage, etwa die „Glückstipps“. Diese können auch als Newsletter bestellt werden. Auf der Homepage können auch Glückskarten als E-Card verschickt und somit auch wichtige soziale Kontakte gepflegt werden – denn: Beziehung macht glücklich und hält gesund! Unserer „Glücksbörse“ lädt dazu ein, ganz persönliche Glücksmomente festzuhalten - und sich von den Glücksmomenten anderer Menschen inspirieren zu lassen. Als übergreifendes Angebot, zu unserem Jahresschwerpunkt, bieten wir das Buch „Wohlbefinden und Lebenssinn – Wege zum mentalen Gesundsein“ an. Dieses Buch ist für alle NiederösterreicherInnen kostenlos (exkl. Versandkosten) erhältlich.

