PROJEKT „JUGEND(T)Räume“
Jugend-Projekte gegen Vereinsamung
Mit dem Projekt „Jugend(T)Räume“, das vom Fonds Gesundes Österreich finanziell gestützt wird, setzt „Tut gut!“ aktiv eine Initiative zur Unterstützung von Jugendlichen. Ziel des Projektes ist es, soziale Teilhabe, Gemeinschaft und Selbstwirksamkeit in jungen Jahren zu fördern, da Einsamkeitserfahrungen in dieser sensiblen Phase schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben können. „Gesunde Gemeinden“ hatten bis Ende März 2026 die Möglichkeit ihre Projekt-Ideen einzureichen.
Zehn neue „Jugend(T)Räume“ für Niederösterreich
Eine Fachjury wählte unter den 48 Einreichungen die zehn besten Jugend(T)Räume-Projekte, die von den „Gesunden Gemeinden“ in den nächsten zweieinhalb Jahren umgesetzt werden.
Gemeinde Berndorf: „Wertvolles Berndorf & wertvolle Region: ein partizipatives Jugendprojekt zu Werten, Gemeinschaft & Gesundheit“
Berndorf ist das Zentrum der Region, eine Schulstadt und zeichnet sich durch eine diverse Zusammensetzung der Gesellschaft aus mit einem hohen Migrationsanteil. Werte wie Respekt, Vielfalt, Gerechtigkeit, Freiheit und Solidarität werden durchaus als bedeutend wahrgenommen, sind aber im öffentlichen Raum, im Schulalltag und in kommunalen Strukturen für Jugendliche wenig sichtbar oder erlebbar. Das Projekt "WERTvolles Berndorf" setzt hier an: Verbundenheit schaffen, Mitgestaltung ermöglichen und die Werte und Bedürfnisse Jugendlicher in den Vordergrund rücken. Werte sind wesentliche Schutzfaktoren für psychische Gesundheit, stärken soziale Verbundenheit, schaffen Orientierung, fördern Identität, kritisches Denken und ermöglichen Gemeinschaft. Durch die Reflexion in Workshops und vielfältige kreative Umsetzung (Foto, Malerei, Skulpturen, Storytelling, Graffiti, Einbeziehung sozialer Medien, Jugendarbeit und Schulen) sowie ein offenes Atelier und eine Ausstellung im öffentlichen Raum, werden Werte erlebbar, öffentlich sichtbar und in einen kommunalen Diskurs eingebettet.
Gemeinde Böheimkirchen: „Vom Beet auf den Teller“ (Gesunde Ernährung von A (Anbau) bis Z (zusammen kochen))
Die Idee für das Projekt entstand aus der Beobachtung, dass viele Jugendliche und junge Erwachsene nur begrenzte Kenntnisse über gesunde Ernährung, Lebensmittelzubereitung und nachhaltige Lebensmittelproduktion besitzen. Gleichzeitig zeigt sich, dass steigende Lebensmittelpreise und begrenzte finanzielle Ressourcen dazu führen können, dass junge Menschen verstärkt auf günstige, stark verarbeitete und wenig ausgewogene Lebensmittel zurückgreifen.
Ziel des Projektes ist es daher, Jugendlichen einen niedrigschwelligen und praxisnahen Zugang zu gesunder Ernährung und leistbaren Lebensmitteln zu vermitteln. Durch gemeinsame Kochworkshops, den Bau von Hochbeeten sowie das Anlegen und Bewirtschaften von Gemüsebeeten sollen Ernährung, Lebensmittelproduktion und nachhaltiger Umgang mit Ressourcen erlebbar gemacht werden. Jugendlichen lernen im Miteinander den Selbstanbau natürlicher Lebensmittel, deren Verarbeitung zu gesunden Gerichten und das Verfassen von Rezepten.
Gemeinde Dunkelsteinerwald: „Gemeinsam statt einsam – Jugend schafft Räume für körperliche und mentale Gesundheit“
In der Gemeinde Dunkelsteinerwald, die sich durch weit verstreute Katastralgemeinden und eine große Fläche auszeichnet, sind Jugendliche oft mit Zugangshürden zu Angeboten konfrontiert. Genau an diesem Punkt möchte Streetwork Kulturregion anknüpfen: Ziel ist es, Jugendliche dort abzuholen, wo sie stehen, und passgenaue Angebote für alle jungen Menschen in der Gemeinde zu schaffen. Attraktive, sichere und vielfältige Außenräume können wesentlich dazu beitragen, junge Menschen zur aktiven Nutzung des öffentlichen Raums zu motivieren und Begegnungen zu fördern.
In einem mehrstufigen Beteiligungsprozess werden die Jugendlichen aktiv in Planungs- und Gestaltungsprozesse eingebunden, um Angebote zu schaffen, die ihren Bedürfnissen gerecht werden und die ihre Sichtbarkeit und Präsenz im öffentlichen Raum stärken. In einer Zusammenarbeit mit "Zeit-Punkt-Lesen" soll z.B. eine bestehende Büchertelefonzelle mit den Jugendlichen neugestaltet werden mit vielfältigem neuem Lesestoff und gemütlicher „Lese-Ecke“.
Gemeinde Groß Enzersdorf: „Color Your City – Jugend gestaltet öffentlichen Raum“
Viele Jugendliche verfügen über wenige Orte im öffentlichen Raum, die sie aktiv mitgestalten und für sich nutzen können. Das Projekt „Color Your City – Jugend gestaltet öffentlichen Raum“ greift diese Bedürfnisse auf und ermöglicht Jugendlichen, ihren Lebensraum aktiv mitzugestalten.
Das Projekt verfolgt dabei den Schwerpunkt einen Beteiligungsprozess mit den Jugendlichen zu initiieren und sich mit ihrer Lebenswelt auseinanderzusetzen. Ziel ist es gesundheitsförderliche Workshops durchzuführen, die soziale Bindungen, Selbstwirksamkeit und Mitbestimmung fördern. Durch regelmäßige Aktivitäten und selbstorganisierte Formate soll der nach jugendlichen Interessen gestaltete Ort als gesundheitsförderlicher Begegnungsraum etabliert werden. Mögliche Formate entstehen dabei aus den Interessen der Jugendlichen, z. B.: kreative Sessions (Kunst, Musik, Medien), gemeinschaftliche Aktionen oder kleine Events, gesundheitsbezogene Angebote (z. B. Ernährung, Bewegung, mentale Gesundheit).
Gemeinde Litschau: „Move.Meet.Chill.“ (Neubelebung des Strandbads als lebendiger Ort der Begegnung, Bewegung und Gemeinschaft)
Das Projekt „Strandbad Litschau - Move. Meet.Chill. " verfolgt das Ziel, das Strandbad als lebendigen Ort der Begegnung, Bewegung und Gemeinschaft neu zu beleben. Im Mittelpunkt steht die partizipative Einbindung der Landjugend als Dialoggruppe, die ihre Ideen und Bedürfnisse aktiv in die Projektentwicklung einbringt. Konkret vorgesehen ist die Neubelebung des bestehenden Beachvolleyballplatzes sowie des sanierungsbedürftigen Funcourtplatzes durch Angebote, die mit der Jugend erarbeitet werden. Die Landjugend Litschau ist nicht nur in die Ideenfindung, sondern auch in die Umsetzung eingebunden und soll die neu geschaffenen Bewegungs- und Begegnungsräume über die Projektlaufzeit hinaus nutzen können, etwa durch die Organisation regelmäßiger Sporttreffs oder Turniere.
Gemeinde Neulengbach: „Raum für Mädchen“ (Öffentliche Räume durch die weibliche Brille sicher gestalten)
Studien und Erfahrungen aus der Jugendarbeit zeigen, dass Mädchen und junge Frauen den öffentlichen Raum häufig weniger selbstverständlich nutzen als Jungen und junge Männer. Gleichzeitig verbringen viele Mädchen und junge Frauen einen großen Teil ihrer Freizeit in digitalen Räumen und sozialen Medien. Gerade in der Altersgruppe von 12 bis 23 Jahren ist der öffentliche Raum ein zentraler Ort für soziale Begegnung, Freizeitgestaltung und persönliche Entwicklung. Attraktive, sichere und vielfältige Außenräume können dazu beitragen, Mädchen und junge Frauen stärker zur aktiven Nutzung zu motivieren, Begegnungen zu fördern und soziale Isolation zu verringern.
Das Projekt "Raum für Mädchen" verfolgt das Ziel, Mädchen und junge Frauen aktiv in Planungs- und Gestaltungsprozesse einzubeziehen, z.B. durch "Safety-Walks", Mapping-Workshops und Fokusgruppen. In Folge sollen Ideen und Angebote entwickelt werden, die den Bedürfnissen der Zielgruppe entsprechen, ihre Präsenz im öffentlichen Raum stärken und ihre psychische Gesundheit nachhaltig fördern.
Gemeinde Reichenau an der Rax: „Chill & Change“ (Neubelebung des Jugend-Treffpunkts)
Ziel des Projekts ist es, Jugendliche im Alter von 10 bis 20 Jahren zu mobilisieren und zu befähigen, Verantwortung für ihren Lebensraum (= Jugendraum) zu übernehmen und ihn aktiv mitzugestalten. Durch regelmäßige Treffen im Jugendraum und Workshops zu diversen Themen wird ein niederschwelliger Rahmen geschaffen, um Gemeinschaft zu erleben, Themen zu diskutieren und gemeinsam Ideen für Verbesserungen im Ort zu entwickeln.
Aus diesen Treffen heraus sollen konkrete Maßnahmen entstehen – etwa die kreative Gestaltung des Jugendraums, nachhaltige Elemente wie ein Tauschregal oder die Mitentwicklung neuer Aufenthaltsorte wie einer frei zugänglichen Badestelle am Schwarza-Ufer. Das Projekt setzt gezielt auf informelle Begegnungsräume, regelmäßige Treffformate und aktive Beteiligung, um den Bedürfnissen nach Gemeinschaft, Mitgestaltung und Zugehörigkeit gerecht zu werden. Der Prozess wird durch den Kooperationspartner Südwind NÖ begleitet, um Partizipation, Selbstwirksamkeit und nachhaltiges Engagement zu fördern.
Gemeinde Weinburg: „Jugend-Chillout-Zone im Kräuterschaugarten – Begegnung, Bewegung und Natur erleben“
Im Kräuterschaugarten Weinburg besteht ein naturnaher Bildungs- und Erlebnisraum mit einem Pavillon, der sich sehr gut als Treffpunkt für Jugendliche eignet. Diese vorhandene Infrastruktur bietet die Möglichkeit, gemeinsam mit Jugendlichen einen attraktiven Begegnungsraum zu gestalten und zu beleben. Ziel ist es, Jugendlichen einen Ort zu bieten, den sie aktiv mitgestalten können und der Bewegung, Naturerfahrung und gemeinschaftliche Aktivitäten verbindet. Im Rahmen des Projektes gestalten Jugendliche rund um den Pavillon im Kräuterschaugarten eine Chillout-Zone mit Holzliegen und Sitzmöglichkeiten. Zusätzlich werden Workshops und Aktivitäten im Kräuterschaugarten organisiert, beispielsweise Kräuterworkshops, Kreativangebote oder Musikangebote. Ein weiteres Element des Projektes ist ein Bewegungsangebot im Kletter- und Therapiezentrum Weinburg. Das Projekt verbindet somit Natur, Bewegung, Kreativität und soziale Begegnung und schafft langfristig einen jugendgerechten Treffpunkt in der Gemeinde.
Gemeinde Wieselburg: „Jugend-Radio“ (Jugendliche auf Sendung)
In der Gemeinde Wieselburg steht am Gelände des Kunst- und Kulturzentrums Färberei ein ehemaliger Übertragungswagen, aus dem Jugendliche eigenständig ein mobiles Jugendradio, eine „Redaktion auf Rädern“ gestalten. Das Medium Radio dient dabei als besonders wirkungsvolles Medium: niederschwellig, direkt und partizipativ. Es ermöglicht jungen Menschen den entscheidenden Schritt von der Konsumation hin zum aktiven Gestalten und stärkt nachhaltig Medienkompetenz, Verantwortungsbewusstsein und Selbstvertrauen.
Inhaltlich gestalten die Jugendlichen das Programm selbst, sie bestimmen worüber gesprochen wird und beschäftigen sich mit Themen aus ihrem Alltag und der Region. So entsteht ein lebendiger Raum für Austausch, Beteiligung und Sichtbarkeit junger Perspektiven.
Gemeinde Zeiselmauer-Wolfpassing: „Mein Ort. Mein Genuss. Meine Gemeinde.“ (Gemeinde entdecken, mitgestalten und kulinarisch genießen)
Ausgangspunkt für die Projektidee war die Beobachtung, dass viele Jugendliche zwar in der Gemeinde leben, sich aber im Alltag oft nur wenig mit ihr verbunden fühlen. Ziel ist es daher, durch attraktive, kreative und praxisnahe Angebote die Jugendlichen wieder stärker in der Gemeinde zu verankern, den Jugendtreff zu beleben und neue Formen der Beteiligung zu schaffen.
Das Projekt verbindet zwei gesundheitsfördernde Schwerpunkte: Auseinandersetzung mit ihrem Wohnumfeld und Festhalten von attraktiven bzw. unattraktiven Plätzen in der Gemeinde in Form von Workshops und Fotografie. Dadurch soll sichtbar werden, welche Plätze wie gestaltet werden können, damit sich Jugendliche stärker mit ihrer Gemeinde identifizieren und ihre Freizeit vermehrt vor Ort verbringen. Zum anderen wird mit dem Schwerpunkt Ernährung die Verankerung in der Gemeinde gestärkt. Die Jugendlichen lernen in Workshops, wie gesunde, regionale Ernährung zubereitet wird und erleben dadurch Gemeinschaft.

Logo der „Gesunden Gemeinde“
Bei Gewährung einer finanziellen Unterstützung ist das Logo der „Gesunden Gemeinde“ bei allen Bewerbungsmaßnahmen anzuführen.
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